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Schlagwort: Estland

Tallinn – ein Tag mit dem Scooter

Auf dem Weg nach Tallinn wurde plötzlich die Gegend hügelig und – damit auch die Küste. Plötzlich keine langen Sandstrände oder sumpfige Strandwiesen mehr – es gab Steilküste und zwar ziemlich hoch. Mit unserem Zuhause im TallinnZuhause (einem Campingplatz im Hafen der Olympischen Sommerspiele von 1980) angekommen haben wir als erstes die RacingBoote bestaunt. Wow, sind die groß. Einige waren im Wasser, andere auf Ständern im Hafen oder auf LKW verladen. Und wir konnten beobachten, wie Boote aus dem/in das Wasser gehoben wurden. Was für ein Wahnsinniger Organisations- und Kraftakt. Für uns ein super Schauspiel aus der ersten Reihe.  Die üblichen Aktivitäten, wenn wir einmal die Woche auf dem Campingplatz sind, wurden getan: Wäsche waschen (hier gab es keinen Trockner aber dafür Sonne), Duschen, die „Klokassette“ leeren, Grauwasser leeren, frisches Wasser auffüllen.

Und dann in die Altstadt von Tallinn. Uns war schon klar, dass es dort Kopfsteinpflaster geben wird und das nicht die optimalste Strecke für das Scootern ist. Weil dass man auf Kopfsteinpflaster nicht scootern kann ist ja klar. ABER – die Rinnen/Rillen/Abläufe der Regenrinnen auf dem Fußweg – ach du Scheiße, wie Moksha gerade immer wieder fast akzentfrei sagt. Das ist manchmal fast lebensgefährlich  und vor allem nervig und spaßnehmend. Und totzdem waren wir sehr froh einen ganzen Tag mit den Scootern unterwegs gewesen zu sein. Endlich konnten wir ausprobieren, ob diese Zweiräder Sinn für uns machen und JA:  Einige Kilometer sind wir gefahren, gerollert – vor allem auch bergab 🙂 Und mit dem Bus, wenn es dann doch zu weit wurde. 

Tallinn als Stadt hat uns gut gefallen. Die Altstadt war etwas sehr voll mit Touristen. Die RIESIGEN Kreuzfahrtschiffe die tausende von Menschen auf einmal ausspucken – das ist ja verrückt. Hier und da haben wir etwas von den Geschichten über die Stadt mitgehört, aber sonst sind wir eher schneller an all den schönen alten Häusern vorbeigerollert.

Die neuen Teile der Stadt haben wir ebenfalls erkundet, natürlich auch wieder die alten Sowjetzeit-Ruinen. Und, das Kunstmuseum gucken wir uns das nächste Mal von Innen an. Diesesmal waren wir vom Außen schon sehr begeistert.  Auf der Autobahn nebenan wurde ein Film gedreht – mit LKWunfall, Polizei und allem Drum und Dran.  Die Leute, die die Strecke bewacht haben, haben gesagt, dass wir auf jeden Fall von dem Film hören werden! Ok, wir halten Ausschau! So hat es etwas länger gedauert, bis wir aus Tallinn rausfanden…

Endlich Estland

Nach dem vielen Fahren auf sehr geraden Straßen durch Farm- und Forstland, Kilometerlangen Sandstränden, egal wo wir hinkommen (ja, Strände sind wunderbar – und wenn dann aber jeder Strand so aussieht wie der letzte kann das auch „langweilig“ werden. Und es gab größere Städte oder es war sehr ländlich mit hier und da einem Haus, aber Menschen haben wir nicht viele getroffen und wenn gar es kaum eine Kontaktmöglichkeit. Warum auch immer uns das so begegnet ist, warum wir diesen Eindruck so gewonnen haben, wir hatten Lust auf „mehr los“, auf Kontakt und auf „was Neues“ – auf Abenteuer.
Und – mit dem Moment des Überqueren der Grenze wurde das anders. Schonmal gut – die Sonne schien. Die Häuseransammlungen waren eher wie kleine Dörfer, mit Laden und Kirche, es sah bunter aus.
Unser erstes Ziel war wieder ein Moor. Die Infotafeln zeigten uns, was es tatsächlich für Tiere hier gibt. Nicht, das wir die bei einem Spaziergang auf Holzstegen zu sehen bekommen, aber zu wissen, dass sie hier in den Wäldern Leben – wow.
Da ich im Moment immer mal wieder meinen Körper schon, nehme ich die große Kamera nicht mit und mache Fotos mit dem Handy – so ist der Bläuling als solcher zu erkennen, aber ein schönes Foto ist was anders 😉
Der Übernachtungsplatz, zum ersten mal standen wir ganz alleine irgendwo im Nirgendwo, war ganz wunderschön, mit Abendspaziergang und MorgenQiGong mit Blick auf die Baltische See.

 

 

© 2022 Elke Adam

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