unterwegs...

Kategorie: SNOT 2020 – Jan/Mär – Tablecloths take over – Family skirt business (Seite 1 von 7)

„I don´t wanna go home on day two!“

Eine Woche vor meiner Heimreise begann ich mich damit zu beschäftigen – bzw. es beschäftigte mich -, dass ich bald wieder in mein HannoverLeben reise. Dieses Mal traf es mich tief. Ich wollte nicht zurück.
Da sagte Moksha, dass es ihr auch immer so geht, wenn sie umgekehrt von Hannover zurück in ihr FloridaZuhause reist. Sie hat dann immer das Gefühl, dass sie doch erst gerade angekommen ist und wie kann es sein, dass sie „jetzt schon“/gefühlt am zweiten Tag zurück „muss“.

Diese Zeit  mit Moksha in Florida war bis jetzt die längste. Auf eine Art die intensivste. Moksha meint, dass liegt auch daran, dass wir zusammen ein Business geführt haben. Stimmt, das gemeinsame Nähen und auf den Märkten verkaufen, mit allem was dazu gehört – das war auf verschiedenen Ebenen sehr intensiv. Vor allem das gemeinsam im Flow sein, aufzustehen und als erstes an die Nähmaschine zu gehen, teilweise Schulter an Schulter, weil ihre Overlockmaschine neben meiner Nähmaschine stand.  2 Wochen lang haben wir uns dem ganz und gar hingegeben. Danach wurde es ruhiger an den Maschinen und doch blieben die Nähaktivitäten oft im Vordergrund.
Mit jeder Reise wird natürlich auch alles immer vertrauter, das Zuhausegefühl wird immer stärker. Es haben sich neue Kontakte/Freundschaften entwickelt, bzw. die vorhandenen gestärkt. Auch wenn Mokhsa und ich ja fast alle Zeit gemeinsam verbringen fühle ich mich mehr und mehr wie selbstverständlich in der Gegend und mit den Menschen zu Hause.
So kam es mir vor, als müsse ich dieses Mal die Transformation von einem ins nächste Zuhause ganz bewusst angehen. Jeden Tag ein Stück mehr, ganz bewusst das letzte Dies und das letzte Das, die Vorstellung an meine mir lieben Menschen in Hannover/Deutschland immer wieder zu mir holen. Die vergehende Zeit half natürlich. Und dennoch fiel es mir nicht leicht. Dann kam für einen Moment der Coronavirus in die Gedanken – also: ist das ein Grund jetzt nicht zurück zu fliegen? Wie wäre es ich würde bleiben? Die getane Transformationsarbeit war wie weggewischt; Gedanken an „Ich bleibe hier“ und was damit dann alles zusammenhängt waren plötzlich im Vordergrund. Aber nur ganz kurz, weil schnell deutlich wurde, dass es Sinn macht genau jetzt zu fliegen. Wo noch nicht in jedem Flugzeug damit zu rechnen ist sich anzustecken. (Und ausgerechnet ich war es dann, die wahrscheinlich für alle anderen „unheimlich“ war: mit Atemmaske (damit fliege ich seitdem ich Moksha kenne und seitdem ich mehr und mehr lese was sich so alles in der Kabinenluft befindet) und Husten am Ende einer Erkältung…) So waren die letzten Tage unspektakulär und ruhig aber sehr verabschiedungsintensiv. Auch hier spielte der Coronavirus eine Rolle. Weil, ob Moksha im Sommer nach Deutschland fliegen „kann“, bleibt nun erst einmal abzuwarten. Theoretisch gehört sie zu denen, für die dieser Virus lebensgefährlich ist. Es geht nicht um Verrücktmachen, aber es ist ein Fakt. Mir wurde dadurch auf eine Art bewusster, dass natürlich jeder Abschied auch ein Abschied für immer sein kann – wie gesagt – ich war intensiv und ganz bewusst mit Abschied beschäftigt…

Jetzt bin ich seit 2 Tagen wieder hier. Hatte eine ganz unkomplizierte Reise. Der lange Flug kam mir ganz kurz vor. Die Umsteigezeit in London mit einer Senior Assistentin ging vorbei wie nix. Meine langen Rückmeldungen an die Fluggesellschaft über die Erfahrungen als „Behinderte auf Reisen“ hatten dazu geführt, dass ich in London die ganze Zeit von einer Person im Rollstuhl durch den Flughafen geschoben wurde. Wir haben uns sehr gut unterhalten und es war fast schade, als wir uns verabschiedeten. Sie wollte mir noch mein Gepäck in die Gepäckablage tragen als ein Steward sagt „kein Problem, mache ich gerne“. So unterschiedlich gehen die Leute mit dem „ich muss das nicht machen“ – ganz anders als auf der Hinreise. Und plötzlich war ich wieder zurück. Und es war gar nicht „schlimm“, nein, ganz zufrieden zurück in meiner Wohnung. Und Menschen bei mir, die mit lieb und wichtig sind.
Heute war ich unten im Garten, da ist ja schon Frühling! Der Knoblauch kann vereinzelt werden, der Rukola wächst, der Spinat vom letzten Jahr auch, es können erste Samen ausgebracht werden und alles Kraut was sich selbst in den Beeten angesiedelt hat kann raus. Oder in den Salat! Den haben ich gerade zu Mittag gegessen. 18 Uhr 🙂 Jetzt gibt es Kaffee. Ja – die Sache mit der Zeitumstellung dauert noch ein paar Tage. Moksha ist auf dem Markt. Erzählt mir von den Nachbarn, vom Wind und was sie verkauft…

Miami Beach wie im Bilderbuch

 

Schon ein paar Mal nun stand der Historische Art Deco District von Miami Beach auf unserem Programm. Am Tag meiner Abreise haben wir es endlich geschafft. Und wir wollen das unbedingt wiederholen, weil es so Vieles zu sehen und zu entdecken gibt. Z.B:  https://www.mdpl.org/welcome-center/art-deco-museum/

Es war warm, 32 Grad Celsius- so warm war es die ganze Zeit nicht. Ich hatte einen ganzen Rucksack voll warmer Kleidung im Auto – hätte ich diese tagsüber getragen wäre ich wohl erschwitzt. Nun war auch der Zeitpunkt des wirklich letzten „Mal zum Meer“ gekommen. Genau hier war ich vor vielen Jahren schon einmal mit Annke und ich wollte gucken, wie es nun aussieht. ABER – wie soll es schon aussehen am „Miami Beach“. Langer weißer Sand, viele fast nackte Menschen, blendend hell und heiß – not my cup of tea… Den letzten gemeinsamen Kaffee im einem ACgekühlten Café, die letzten hitzigen Diskussionen über Alltagsdinge und was wir beim nächsten Mal alles Tun wollen, die letzten gemeinsamen Fotos hier und da – der letzte Abschied am Flughafen…

 

 

Pot luck

Viele Kartoffeln habe ich geschält, weil Moksha sich Kartoffelsalat gewünscht hat. Aber klar, gerne, vor allem, wenn ich auch meinen Lieblingskartoffelschäler habe. So einer wohnt natürlich auch in Florida. Peter hat viel Tofu gebacken – mit und ohne Knoblauch – LECKER. Wir waren bestens ausgerüstet, mit Essen, Licht, Tisch, Decken und allem möglichen weiteren Krams. Am Strand angekommen war es SEHR windig. Mhhh – das passte uns nun nicht so gut – but what to do. Es kamen nicht so viele Leute wie zugesagt hatten (aber vor allem alle die, die mir wichtig waren und die ich kenne), es gab nicht so viel unterschiedliches Essen wie wir gedacht hatten – UND – wir hatten eine gute Zeit mit denen die da waren. Für mich war es toll, dass ich mich „auf einmal“ von vielen mir lieb gewonnen Menschen verabschieden konnte. Und vom Meer –  wobei wir dann plötzlich jeden letzten Tag noch am Meer waren…

Und nun habe ich eine Idee davon, wie meine Geburtstagsfeier ausgesehen hätte, die „damals“ wegen Moksha -im-Krankenhaus ausgefallen ist.

 

Dauernd unterwegs…

Moksha und ich fragen uns immer mal wieder: „Alles gut so wie es ist? Bist du zufrieden mit unserer gemeinsamen Zeit? Könnte was besser sein?“ Wir beide sind sehr zufrieden!
Und  – wie es mir in meinem Deutschland Zuhause auch immer mal wieder geht – ich finde, der Tag könnte wenigstens 2-3 Stunden mehr am Tag haben… Zu manchen Dingen komme ich einfach nicht. Moksha und ich haben noch ein paar Dinge gefunden, die bestimmt unsere Gesundheit unterstützen – Augenübungen, Atemübungen, … – damit sind noch ein paar Zeiten am Tag „besetzt“… Fühlt sich gut an, manches geht gemeinsam anderes verzögert das Aufstehen…

So sind wir die meiste Zeit gemeinsam unterwegs. Das was zu Beginn meiner Reise noch „besonders“ war, wird mehr und mehr Alltag…
– die Tiere, die hier leben und hier und da zu sehen sind (bald wundere ich mich wieder, wenn ich in Hannover oder sonstwo in Deutschland auf ein Gewässer gucke und es keine Alligatoren gibt…)
– ein Museumsbesuch https://www.margulieswarehouse.com/ hier die Marguliez Collection in Miami – hat uns sehr gut gefallen
– ein Nachmittag mit Mokshas „lung-buddy“ Freundin
– Fahrradtouren
– unsere Markttage und die vor und Nachbereitung
– Moksha liest Deutsch
– Lake Worth Street Painting festival
– Spaziergänge – auch im Dunkeln

Nun hat die Zeit begonnen, dass immer alles Mögliche „das letzte Mal“ für diese Zeit hier ist… Die letzte Woche hat begonnen. Heute – der letzte Samstagsmarkt. Ich habe mich von einigen Leuten richtig verabschiedet – das Markt-Familiengefühlt hat sich immer mehr verstärkt… Morgen werden wir den allerletzten Markt dieser Saison gemeinsam machen, Dienstag haben wir zum „potluck“ am Strand eingeladen, also einem „Essen, bei dem jede*r etwas mitbringt“. Begonnen hat das mit der Idee einer „Elke-Verabschiedungs-Party“. Jetzt kommen auch Leute, die ich gar nicht kenne, weil alle so ein Potluck-Treffen gerne mögen. Ich freue mich auf einen Abend am Strand mit vielen Menschen die mir hier lieb geworden sind. Sogar eine der Marktverkäuferinnen kommt…

Calle Ocho – Little Havanna in Miami

Diese Verabredung stand schon länger: ein Fototrip nach Miami in die Calle Ocho. Einen Moment in das bunte Treiben wie in Cuba eintauchen…

Der Morgen begann mit David´s Porridge – das gilt es unbedingt zu erwähnen, weil es ist angeblich der beste der Welt! (Hallo an David! Jetzt wo du auch den Blog liest – diesen deutschen Satz verstehst du sicherlich 😉 Der erste Stopp des Tages war Wynwood, dem großen „Street-Art-Freilichmuseum“ https://thewynwoodwalls.com/ Riesige Graffities an den Wänden… Zum Mittagessen hatten wir das „The world´s most famous cuban restaurant“ ausgesucht – die Menschentraube am Eingang bestätigte auf jeden Fall die Besonderheit dieses Restaurants. 25min Warten – normal. Drinnen gab es unglaublich viele Tische. Das Essen war lecker, da ich aber keinen wirklichen Vergleich habe, kann ich das „most famous“ jetzt nicht bestätigigen… Außerdem isst man in Cuba offensichtlich Fleisch und es war schon nicht ganz leicht meine Zwiebelsuppe ohne Käse zu bestellen – obwohl alle mehr oder weniger Englsich sprachen… Für mich war besonders großartig, dass es Guanabana-Saft gab. Stachelannone – ich würde sagen, meine Lieblingsfrucht…

Und dann endlich zu unsem Tagesziel. Sugandha verschwand hinter ihrer Kamera, die dominospielenden Menschen, die mit den Zigarren und andere bunte Gestalten einfangen. Ich hatte nicht so Lust Menschen zu fotografieren; mag nicht immer fragen, ohne fragen mag ich nicht fotografieren und wenn doch, was mache ich dann mit den Fotos, weil ungefragt darf man die ja nicht wirklich benutzen… Also – ich habe mehr geguckt. Zwischen dem cubanischen gab es unter anderem auch Art-Deco Architektur. Hat mir gut gefallen… und in einem Supermarkthabe ich  literweise Guanabana- und Guavensaft gekauft. LECKER!

Der Tag endete wieder bei David und Sugandha Zuhause. Ich wollte schon lange gefahren sein, als David und Ayisha zu singen begannen. Da habe ich doch mal einfach mitgesungen, schwupp, einfach so. Ich weiß, dass ich das kann, aber ich mache das ja nicht so oft – nun aber doch. Wir waren alle begeistert, David nannte uns 2 Frauen seinen „Octavas“, weil ich genau eine Oktave höher sang als Ayisha mit ihrer afro-amerikanischen tiefen Stimme. Gänsehautig war das!

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