Elke Adam

unterwegs...

Kategorie: Reisebloggen (alle Beiträge) (Seite 1 von 35)

Blogkade

Immer wieder setzte ich mich an den Computer mit der Idee: Ich schreib´mal wieder was. Und dann schreib ich doch nix. Mhhh.

Es gibt aber auch nicht „Besonderes“ zu berichten. Wir leben einen für hier/für uns mehr oder weniger normalen Alltag. Manchmal stehen wir früh auf und fahren mit Tee an den Strand. Wenn sonst keiner mitfährt fahre ich auch alleine. (Immer wieder ein Abenteuer alleine ohne Navi Auto zu fahren… Rechts überholen, kein RechtsvorLinks, viele Stopschilder, Füßgänger und Fahrradfahrer ignorieren und Leute fahren eh wie sie wollen…). Das Orientieren ist im Prinzip einfach, weil ja alles im Schachbrettmuster angelegt ist. Morgen oder Übermorgen werde ich ein neues „Ich fahre zum Strand Abenteuer“ starten: Ich werde mit dem Rad fahren. 12km, das sollte gehen. Ich treffe mich mit Gisela und sie zeigt mir ein schönes Café. Schöner Plan.
Einen anderen Morgen sind wir zum Sonnenaufgang in den Sumpf gefahren – das ist dann nicht 7 Milen links und wieder links die West Altlantic Avenue hoch, sondern 7 Milen rechts, rechts und wieder links in die andere Richtung.
Wir sitzen auf dem Catwalk und wärmen uns auf, weil es ist hier doch ziemlich winterlich kalt im Moment. 6 Grad war es heute Nacht – brrr. Oder wir gucken uns vom Catwalk aus an, was auf dem Parkplatz so passiert – der Krankenwagen ist oft hier. Und ein Krankenwagen sieht hier ziemlich beeindruckend aus und kommt manchmal zunächst mit der Feuerwehr… First Responder – habe das Prizip nicht ganz verstanden…
Oder wir hängen auf dem Balkonzimmer ´rum…
Dann waren wir noch beim Japaner Essen. Oh man war ich schon lange nicht mehr auswärts essen… Seitdem ich lektinfrei esse ist das viel zu kompliziert. Und die BentoBox beim Japaner war mit ein paar Ausnahmen möglich. Und der Ausblick war auch gut: auf ein neu gebautes Hotel – modern aber „ganz Südflorida“.
Gestern war dann ein Leute-Treffen-Tag.  Der kälteste Abend zum Draußen (auf fliegengittereingezäunter Terasse) sitzen aber sooooo schön, dass wir uns nach, vor allem für mich, so langer Zeit endlich wieder gesehen haben.
Und auf dem Weg dorthin ein kleines Abenteuer: Gucken ob die Dolphin Quest ok ist, das Boot der Delfinschwimmer. So viele Tage habe ich auf diesem Boot in den Gewässern der Bahamas verbracht. Nach den Delfinen Ausschau haltend, von den Wellen geschaukelt.  Das Wetter war etwas unpassend, aber egal: ein bisschen vorne auf dem Netz sitzen, hinter dem Steuerrad stehen, das kloingkloingkloing der Leinen die gegen den Mast klappern hören. Moksha wird in 2 Monaten mit dabei sein, wenn das Boot aus dem Winterquartier ins sein Sommerzuhause, nach Bimini, segelt. Ich reise immer zu früh ab, um da mal dabei sein zu könnnen. Aber, wir haben uns gestern nach Bimini verabredet. Schon so lange wollten wir mal gemeinsam dort schwimmen gehen. Eine Freundin von Moksha wohnt dort und da wir auch sie gestern gesehen habem haben wir uns gleich mal angemeldet. Ich liebe Abenteuerpläne!

 

 

Unsere Reise in die Berge

Hier eine Info für den Blog von unserem Sommerabenteuer.

Der ist weiter unten, quasi in der richtigen zeitlichen Abfolge.

Da ich im Sommer nichts geschrieben habe, habe ich das jetzt nachgeholt….

„Aber ihr geht nicht da auf´s Wasser wo die Alligatoren sind, ODER?“

Doch, genau das haben wir gemacht. Weil das ist hier mehr oder weniger normal. Weil es fast überall Alligatoren gibt. Und dann gibt es ein paar Regeln und los gehts. In diesem Fall war das Schild mit den Regeln kaum noch lesbar und wir sind auch zu schnell dran vorbei gepaddelt… Im Park gibt es einen großen Kanu- und Kajakvreleih. Wenn es wirklich schlimm gefährlich wäre, würde das wohl kaum möglich sein. Und es ist ja irgenwie klar, dass man nicht mal eben Schwimmen geht, seinen Hund vorne auf´s Kakak setzt, mögliches Futter ins Wasser schmeißt oder ganz nah an die Tiere oder ihre Nester paddelt. Außerdem ist es wie mit den meisten Wildtieren: die haben mehr „Angst“ vor uns als wir von denen…
Ich schrieb: wir sind dran vorbei gepaddelt: Also ich bin nicht gepaddelt. Nur mal ein paar Züge zum ausprobieren – neee, mit meinen Handgelenken, Armen und Schultern geht das grad nicht. Auch das Aufstehen aus dem Boot geht nur mit Hilfe. Aber – als SNOT (SpecialNeedsOnTour) unterwegs ist das ja quasi selbstverständlich. Außerdem ist Peter ein passionierter Caregiver. Außerdem stark und super Motor. Ähhh, und mehrfach bat er darum lieber ganz alleine zu paddeln – die Sache mit dem „gemeinsam im Kajak vorwärts fahren“ ist ja nicht immer gegeben…
Das Aufblasboot was Moksha und Peter haben ist 20-30 Jahre alt. Der Hersteller, bei dem sie neue Sitze gekauft haben, war sehr überrascht, dass sich das Kajak noch aufblasen lässt und die Luft behält. Um das zu testen, haben wir letzte Tage auf dem Catwalk eine Trockenpaddelsession gemacht. Alles bestens. Wir sind also quasi mit einem Oldtimer unterwegs. Es gab diverse Menschen die an einem trockenen Ende unseres Ausflug gezweifelt haben… Aber: es hat alles bestens geklappt und ich hatte bis zum letzten Aussteigen nicht einmal nasse Füße! Und hier bin ich nur im Wasser ausgestiegen, um Peters Rücken zu schonen.
Und: Alligatoren gabe es heute keine. Es war kalt (11Grad als wir losgefahren sind), da bleiben die Tiere unter Wasser. Als ich später beim „Coffee-Truck“ auf meine Bestellung wartete fragte mich der Barista, ob wir Manatees gesehen haben. Die würden bei diesem Wetter oft in den Park schwimmen! Oh nein, haben wir nicht. Nicht einmal drauf geachtet, ob wir vielleicht über den Körper einer dicken Seekuh paddeln. Wir haben hauptsächlich Schildkröten gesehen, die in der Sonne badeten.

Hier ist ein link zum Park:
https://discover.pbcgov.org/parks/Riverbend/LoxahatcheePark.aspx

Mit dem Rad zu den Unterhosen und dann zum Milchaufschäumer

Dass das alte Rad (also wir haben es erst vor zwei Jahren gekauft, aber es war schon ziemlich alt) mehr oder weniger den Geist aufgegen hat, hatte ich ja bereits geschrieben. Ich fand die Idee ein neues zu kaufen total gut, weil das andere neben dem Durchtreten noch einige andere Macken hatte. Es hat mir nicht wirklich gefallen. So schlug ich vor, doch mal im Supermarkt zu gucken. Zuhause würde ich da nie tun. Bin bis heute froh, dass Ricarda mein Rad an mich angepasst hat und ich fahre es seit über 20 Jahren. Aber hier gibt es keine Ricarda… oder wir möchten kein so „teures Rad“, weil wir es soviel dann doch nicht fahren. Die Räder, die es hier über Ebay und Co. zu kaufen gibt, sind oft in unakteptablen Zuständen. Und wir hätten lange suchen und ausprobieren müssen. Also sind wir tatsächlich in so einen Superladen (in Gedenken an Oma benutze ich dieses Wort so gerne) gegangen. Oh weia, solche Räder wollte ich auch nicht  – bis auf eins. Von der Marke Schwinn. Früher war das der führende Fahrradhersteller in den USA… Es war Abends gegen 9, kaum ein Mensch im Laden, da sind wir ein bisschen Rad testen gefahren. Oh man, das hätte ich mich in Deutschland nicht getraut… Die Superläden sind hier ziemlich super groß – lange gerade Strecken. Da dachte ich mir, ich radel´mal zu den Unterhosen. Also gut, in den engen Gängen mit den Teppichen habe ich das Rad geschoben. Fühlte sich aber auch nicht weniger komisch an. Dann noch am Milchaufschäumer vorbei, den Fahrradhelmen und zurück zum wartenden Peter in der Radabteilung. Da war ich wahrscheinlich ungefähr einen Kilometer gefahren und habe das Rad für gut befunden. Nur zum Vergleich, weil $100 weniger, haben wir noch im Konkurrenzsuperladen geguckt. Aber, sofort war der $100 Unterschied zu spüren. Eine Nacht drüber geschlafen und dann haben wir uns zum neuen Rad beglücktwünscht, Peter hat es auf den wackeligen Fahrradhalter geschnallt, es nach Hause gefahren und jetzt wohnt das Rad erstmal mit uns im Wohnzimmer. Also ich bin gesern die erste Runde durch die Nachbarschaft gefahren: Toll – fast wie meins zuhause!

Langeweile und Kurzeweile

Manche Tage hier sind seeeeehr laaaang(weilig). Kommt drauf an was wir so vorhaben, manchmal ist es „nix“ und wir sind mehr oder weniger den ganzen Tag in der Wohnung. „I am bored to death“ habe ich letzte Tage zu Moksha gesagt und sie meinte: „Willkommen in meiner Florida Welt“. Wenn man  (also in diesem Fall Moksha und dann auch oft ich) hier tagsüber wegen der Sonne/Hitze nicht aus dem Haus geht und wegen der Virussituation noch weniger unterwegs ist oder sich mit anderen Menschen trifft – was dann? Ok, es findet sich doch immer was „zu tun“. Manchmal ist es einfach nur aus dem Fenster gucken. Mit dem Baum vor der Rückseite der Wohnung ist es ein wenig wie im Baumhaus. Oder ich lerne mit Moksha deutsch – sie liest mir was vor. Und dann, plötzlich ist doch wieder Essenszeit. Und jetzt, da ich ziemlichaus meinem Jetlag hier eingewöhnt bin, habe ich meine Aufgaben hier wieder übernommen: Küche aufräumen/abwaschen ist eine der Hauptaufgaben… Wir gehen spazieren, wenn die Sonne nicht mehr so stark ist…

Und dann, an einem anderen Tag: Einkaufen, Freunde zum Kaffee auf dem Parkplatz treffen, therapeutische/medizinische Behandlung für Moksha, Einkaufen. Plötzlich ist der Tag sehr kurz(weilig). Also eigentlich zu kurz…

Wie schön endlich weitere Menschen wieder zu sehen, die mir ans Herz gewachsen sind. Auch Moksha war viele Monate nicht Zuhause und hat sie lange nicht getroffen. So gibt es viele Dinge auszutauschen…

Als wir letztens meine „neue“ Ärztin fragten, ob sie Tipps für Moksha hätte, war ihre erste Idee: Neuraltherapie. Hatten wir beide noch nie gehört. Also haben wir uns informiert… Wikipedia sagt z.B.: „Unter der Neuraltherapie wird die gezielte Behandlung von örtlich begrenzten oder auch allgemeinen Störungen des Organismus mithilfe eines Lokalanästhetikums verstanden. Dadurch soll die natürliche Selbstheilungskraft des Körpers unterstützt werden bzw. wird sie teilweise erst dadurch überhaupt ermöglicht.“  Mhhmhhhh. So ist Moksha auf die Suche gegangen und hat jemanden in ihrer Nähe gefunden. Die vielen Narben der Transplantation  die von Außen zu sehen sind (das stört Moksha nicht), „ziehen“ im Innen an Darm und Co. Das stört teilweise schlimm! Es gibt viele „Probleme“. So fuhren wir zum ersten nach Hollywood/Florida. Das ist eine Stadt nicht weit von Miami. Und standen in einer Praxis für innere Medizin – ich dachte einige Zeit dass wir ziemlich falsch sind. Es sah aus wie eine „Schönheitspraxis“. Auch noch als wir im Behandlungsraum waren, die Gerätschaften und die Preise – ach du liebes Bisschen… ) Dann kam Beniley, die Behandlerin. Sie sieht auch sehr „schön“ aus und so jung wie sie gar nicht sein kann mit allen ihre Erfahrungen und Zertifikaten… Alles scheint um Beauty zu gehen, die Produkte, ihre eigene Marke. Sie erklärte alles, wollte den Körper vor der Neuraltheapie noch mit PEMF (Pulsed electromagnetic field therapie) und „Mircro current“ behandlen. Die Informationen wurden immer mehr, wir verstanden immer weniger – aber, jetzt gab es kein Zurück. Wir wollten jetzt wissen wie das alles geht und was geschieht. Ach so, die Kosten – Beniley sagte, sie hätte mit den Ärtzen besprochen, dass es einen Sonderpreis gibt, weil Moksha Spezialfall ist oder so. Ich habe noch nie jemanden erlebt, die bei der Info „Herz-Lungen-Transplantation so „unbeeindruckt“ geblieben ist – wenigstens nach Außen. Die gegenseitige Beeindruckung füreinander stieg ab dann allerdings minütlich… Ich durfte die Behandlung genau beobachten und bekam zusätzlich alles noch genau gezeigt und erklärt. Mit Beautybehandlung hatte das in meinem Verständis nichts mehr zu tun. WOW. Die Magnetischen Pulse, die Mokshas ganzen Körper unkontrolliert schüttelten. Dann die Micro Currents. Mit elektirscher Niedrigspannung werden Muskeln angeregt… Dann ein TENS-Gerät. HA, das kannten Moksha und ich, haben wir doch selber jede eins. Beniley war beeindruckt und kannte unsere Geräte nicht. So kamen wir immer mehr ins Gespräch, während sie ein Anästhetikum um die Narben quaddelte. MEINE GÜTE – was für eineinhalb Stunden.
UND das Beste: Mokshas Körper begann sofort zu reagieren. So wie „versprochen“ – es geschahen deutlich bemerkbare Dinge. Nicht unbedingt angenehm, aber das gehört in diesem Fall zum Heilungsprozess. Gestern war die zweite Behandlung. Neben den Behandlungen haben wir viel persönlich erzählt – die Frau scheint eine besondere „Therapeutin/Heilerin“ zu sein. Über sich selbst sagt sie auf der Seite der Praxis:
„I was born to serve, my purpose in life is to be the happiest version of myself and jointly support the evolution of Humanity by creating spaces for many people to discover that it is possible to take responsibility for transforming their lives in an easy, fast and fun way. I only accompany those who are committed to Transforming and Designing a Happy and Satisfying life. I take great pride in what I do. I am like an artist and my clients are my canvases. I provide the best possible experience because it brings me joy. Don’t take my word for it. Book an appointment and find out for yourself. I guarantee you will love it. – Beniley Llorens.“ Wir sind sehr beeindruckt und sie fand, sie hätte auch gerne so Freundinnen wie Moksha und ich es füreinander sind. Wir können sie gerne in unseren Club der „Special Needs“ aufnehmen. Allerdings wohl eher als Ex-Special-Needs, quasi als Ehrengästin:-)  Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Termin! Und bis dahin beobachtet Moksha, das ihr Körper die Behandlung annimmt und Veränderungen zeigt. Toll!

 

 

 

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