unterwegs...

Monat: September 2017 (Seite 1 von 6)

„Langweilig…“

Autobahn, Nadelbäume, Autos… ohjeeee. Wir sind auf dem Rückweg. So erfüllt von der unendlichen Natur, den Herbstfarben, den abenteuerlichen Straßen, dem täglichen Bergeraufbergerunter, dem wechselnden Wetter (seit 2 Tagen tragen wir keine LongJohns mehr, auch nicht nachts) – wie entwöhnt von dem sonst so Vertrauten einheitlichen „könnte auch überall sein“.

Unser Pferdeabenteuer war gar nicht so abenteuerlich wie es hätte sein können. Die Pferde standen abholbereit am Zaun. Die wussten wahrscheinlich dass wir kommen. Mir war schon etwas unheimlich plötzlich ein Pferd  „in die Hand gedrückt“ zu bekommen und Elisabeth fuhr mit dem Auto weg… Jaja, nur den Weg zurück den wir gekommen sind… Tatsächlich war es dann auch genauso. Zur „Belohnung“ fuhren wir zum Eisessen in den Dorfsupermarkt. Mein Abenteuer dabei: Heimlich im Kofferraum mitfahren, noch hinter dem hundeplatz. Das war fast wie früher in Papas Auto, nur dass es gestern keinen geschlossenen Kofferraum gab indem  es stockdunkel war 🙂 

Wir hatten uns einige Gedanken gemacht, was wir in Oslo sehen wollten. Nachdem wir im Freilichtmuseum begonnen hatten, war uns alles zuviel Stadt, kompliziert oder teuer zu parken… dann eben kein Oslo – bis auf eine selbstgefahrene, spontane Stadtrundfahrt mit dem großen Auto und einem Kaffee auf dem Busparkplatz vor der Oper.

Plötzlich finden wir uns in einem Einkaufszentrum einer kleinen Stadt wieder, weil wir Zeit haben shoppen zu gehen. Gab aber nix… Und dann ein frühes Ankommen am letzten Übernachtungsplatz in Norwegen, mit Pilzen zum Abendessen und Zeit um 2 Episoden „unserer Serie“ zu gucken. Wobei ich wahrscheinlich wieder nach 10 Minuten eingeschlafen bin…

Ein letzter Morgenspaziergang an der norwegischen „Schärenküste“, neue Pilze finden und sofort kochen.

Gleich machen wir einen Zwischenstopp in Göteborg und schaffen es dann wahrscheinlich bis Kopenhagen. Und wenn es da auch keine Parkplätze gibt oder es sonstwie kompliziert ist fahren wir weiter nach Mön…

Von den Naturabenteuern zu den Menschen

Die letzte Nacht haben wir neben der hytte von Elisabeth übernachtet. Mit Schlüssel zu einem warmen Badezimmer, zu einer Küche und einem Wohnzimmer mit Sofa, Ofen und Fernseher… zurück in der Zivilisation. Da haben wir auch den Abend verbracht: zu viert auf dem Sofa 🙂

Direkt hinter der hytte (das ist norwegisch für Ferienhaus) der Weg in Wald und Wiese, und „Teppiche“ von Rentiermoos… und Pilze. Das gab dann gleich das nächste Abendessen.

Das Wetter hat sich in bewölkt und Regen verwandelt, so bleiben die Wahnsinnsausblicke in die Natur aus. Jetzt sind sie anders beeindruckend.

Wir sind jetzt in Hamar. Heute Nachmittag wieder mit Elisabeth verabredet, jetzt bei ihr auf der „Farm“. Das Vorhaben des Tages: die Pferde der Nachbarn von der „Sommerweide“ holen und nach Hause laufen. Elisabeth ist froh, dass wir ihr helfen. Wie sie sich das auch immer vorstellt… zunächst gilt es die Pferde zu finden, aber Elisabeth meint, dass sie normalerweise kommen, wenn sie sie ruft. Ok, wir sind gespannt.

Oh ja, fast vergessen: Elchspuren und Elchköttel hatten wir ja nun schon mehrfach gesehen. Moksha reagiert auf die „Achtung-Elch-Schilder“ inzwischen nur noch mit: „broken promise“ und alles Visualisieren hat bis jetzt nichts geholfen – bis gestern dann…

Duschen im Botanischen Garten von Trondheim 

Der Tag gestern stand unter dem Motto: so schnell wie möglich nach Trondheim. Hat wegen morgendlichen Kommunikationsunstimmigkeiten nicht ganz geklappt… aber – wir haben dann doch noch die berühmte Brücke auf der Atlantik-Brücken-Straße gesehen und sind im Hellen in Trondheim angekommen. Und da Moksha findet, wir haben ganz einfach zwei unterschiedliche Sichtweisen zu einem Thema, war dann ganz schnell wieder alles stimmig. 

So fuhren wir dann schnell, das bedeutet 80km/h die Stunde, nach Trondheim. Die Gegend war im Gegensatz zu den Tagen vorher eher langweilig, das Fahren selber easy. Da waren wir mit Reidun verabredet. Und da mit Internet heute ja alles wirklich sehr einfach ist, standen wir plötzlich neben ihr. Eine ihrer ersten Fragen: „Wollt ihr duschen?“ Oh ja, und wie wir das wollten! Da sie eine Wohnung ohne Bad hat, taten wir das auf ihrer Arbeitsstelle, dem botanischen Garten. Mit Erlaubnis ihres Bosses, die sogar Freitag Abend auch noch da war. Zwischen Torf, Arbeitstischen und Marienkäferschautafeln – die Dusche! TOLL! 

Danach, the dinner with a visitor in our van. Es gab: Birkenpilz-Zucchini-buchweizennudel-Muschel-MarokkanischeSuppe-Pfanne. Dazu: Kirschbier. Alles was der Campervorrat  plus die Natur und Mokshas Ideen von Gerichtszusammenstellungen so hergibt. Wir waren sehr zufrieden. Nachdem wir einen Ausflug in Reiduns Wohnung gemacht haben waren wir in Trondheims „Autonomen-Siedlung“ in einer Bar. Wow. Was für ein krasser Wechsel von Gletscher, Blaubeeren und Hochlandebenen!

Heute um 12 Uhr auf dem Markt mit Katharina verabredet. Was auch immer man von sozialen Medien halten mag – ich habe sowohl Reidun als auch Katharina vor vielen Jahren das letzte Mal bei Anita gesehen. Nun war es ein Text, und kaum 12 Stunden später ein Wiedersehen von ganz wunderbarer Art. Ein paar Stunden mit Menschen, die hier leben (Katharina ist sogar in Trondheim geboren) und wir bekommen so nahe Einblicke in das norwegische Leben. Sehr zufrieden laufen wir zurück zu unserem „Zuhause“, das wir irgendwo an einem Trondheimer Badeplatz geparkt haben. Auch wenn das Wetter hier ungewöhnlich schön ist für die Jahreszeit, zum baden war es dann doch zu kalt.

Vor ein paar Stunden haben wir uns für morgen mit Elisabeth verabredet. Auch SEHR spontan. Sie ist gar nicht zuhause, sondern in ihrer hytte in Koppang. Das hat Katharina sehr amüsiert, weil Koppang sein so sehr in norwegischen Pampa, dass die uns fragte, was uns denn da hinverschlägt…

Na eben Elisabeth, die gebürtig aus Dänemark kommt und die Cousine von Kurt ist, der wiederum in Neuseeland wohnt. – Moksha staunt immer wieder über meine Kontakte, ich selber dann auch und freue mich sehr darüber!

Jetzt gehen wir über in unser Abendprogramm. Wir stehen irgendwo am See im Wald, von weitem ist eine Straße zu hören. Ich war eben draußen pinkeln – man ist das dunkel! Erstaunlich, wie sehr zuhausegeborgen es sich im Camper anfühlt; Lichter an, Türen zu. Kein Mensch in der Nähe, wahrscheinlich  aber Elche. Manchmal ist es ein wenig unheimlich, aber meistens denken wir einfach nicht drüber nach… Spülen fällt heute aus weil keine Lust. Dann können wir 2 Episoden „unserer Serie“ gucken. Der Computer ist voll geladen. 

Stehen wir im Weg?

„Nein, im Moment nicht… aber gleich, um 12 kommt ein Helicopter!“ Ach du liebes Bisschen, aber bis dahin sind wir eh weg.

Gestern im stockdunkeln hat uns das Navi hier hochgeführt. Etwas unheimlich, durch Wald, steil. Doch wie angekündigt- der Wahnsinnsausblick. 220 Berggipfel haben uns die Arbeiter erzählt. Wow! 

Gestern war unser erster Regentag seit Anita. Wir waren trotzdem suf der Vogelinsel Runde „spazieren“, den steilsten Weg überhaupt… Das waren irgendwas zwischen 200 und 300 Höhenmeter bergauf. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Moksha unsere „Spaziergänge“ schafft, mit 75% weniger Lungenvolumen als ich und einem Herzen, dass schon im Ruhezustand 90mal pro Minute schlägt! Spätestens wenn sie dann viel schneller unten ist, mir freundlich zuruft: „There is a handrail, granny“ und mir zusieht wie ich den Berg runterschleiche, weil meine Füße nicht so schnell wollen wie ich, wir mir mein „special needs part“ wieder bewusst… 

Später dann sind wir dann den serpentinigsten Weg mit dem Auto runterGEFAHREN – den Trollstiegen.

Heute sind wir in Trondheim verabredet. Elke ist selber beeindruckt, dass sie „überall“ Menschen kennt!

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